Movicol gehört zur Gruppe der Abführmittel und wird bei chronischer Verstopfung angewendet.
Arzneilich wirksame Bestandteile: Macrogol (Polyethylenglykol) 3350, Natriumchlorid, Natriumhydrogencarbonat, Kaliumchlorid
Gegenanzeigen
Movicol Beutel Pulver darf nicht angewendet werden bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegen einen der arzneilich wirksamen Bestandteile oder Hilfsstoffe. Eine Anwendung darf auch nicht erfolgen, bei einer Darmverengung oder einem Darmverschluss, Gefahr eines Darmdurchbruches (Perforation) und schweren entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, toxisches Megakolon).
Schwangerschaft und Stillzeit
Da keine Erfahrungen hinsichtlich der Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit bestehen, darf Movicol nur angewendet werden, wenn es der Arzt für notwendig hält.
Kindern
Zur Anwendung bei Kindern liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor.
Vorsichtsmaßnahmen und Warnhinweise
Beim Auftreten von Symptomen, welche auf eine Verschiebung des Flüssigkeit- und Elektrolythaushaltes hindeuten, wie z.B. Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme), Atemnot, vermehrte Müdigkeit, Abnahme der Körperflüssigkeit (Dehydratation), Herzversagen, sollte die Einnahme von Movicol sofort beendet werden. Zusätzlich sind Elektrolytmessungen durchzuführen und bei Abweichungen entsprechende Gegenmaßnahmen vorzunehmen.
Wechselwirkungen
Über Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln liegen keine klinischen Berichte vor. Dennoch steigert der arzneilich wirksame Bestandteil Macrogol die Löslichkeit von Stoffen, die in Alkohol löslich und in Wasser bedingt unlöslich sind. Aus diesem Grund besteht die theoretische Möglichkeit, dass die Aufnahme solcher Arzneistoffe zeitweise gemindert werden kann.
Dosierung
Falls vom Arzt nicht anders verordnet, gilt:
- Abhängig von den individuellen Erfordernissen und der Schwere der Verstopfung, nehmen Erwachsene, Jugendliche und ältere Patienten 1 bis 3-mal am Tag 1 Beutel ein.
(In der Anwendung über einen längeren Zeitraum kann die Dosis auf 1 bis 2-mal am Tag 1 Beutel reduziert werden.)
- Die Anwendung von Movicol für Kinder (unter 12 Jahren) wird nicht empfohlen.
- Dosisänderungen bei Patienten mit Funktionsstörung der Niere (Niereninsuffizienz) sind nicht notwendig.
Der Inhalt (Pulver) des Beutels ist in ein Glas Wasser (125 ml) zu geben. Anschließend ist die Flüssigkeit solange umzurühren, bis eine klare Lösung entsteht. Die Trinklösung kann dann getrunken werden.
Die Anwendungsvorschriften sind einzuhalten, da Movicol sonst nicht richtig wirken kann.
Anwendungsdauer
Der Behandlungszeitraum sollte im Normalfall 2 Wochen nicht überschreiten. Bei bestehender Notwendigkeit kann das Abführmittel jedoch wiederholt eingesetzt werden. Der andauernde Gebrauch wird, wie bei allen Abführmitteln, nicht empfohlen. Eine Anwendung über einen längeren Zeitraum kann aber bei schwerer andauernder und auf bisherige Therapieversuche nicht ansprechende Verstopfung erforderlich sein. Dies ist auch der Fall bei Verstopfung, die durch einzelne chronische Erkrankungen (z.B. Multiple Sklerose, Morbus Parkinson) oder durch bestimmte verstopfungs-fördernde Medikamente, im Besonderen durch ausgewählte Schmerzmittel (Opioide) und andere Arzneimittel (wie Anticholinergika), verursacht wird.
Überdosierung
Bei Einnahme einer zu großen Menge Movicol und starken Schmerzen, Aufblähungen oder schweren Durchfällen, ist ein Arzt aufzusuchen.
Nebenwirkungen
Gelegentlich kann es unter der Anwendung von Movicol Pulver zu Aufblähungen und Bauchschmerzen, vermehrten Darmgeräuschen und Übelkeit kommen. Besonders zu Beginn der Einnahme des Abführmittels kann ein leichter Durchfall auftreten. In einzelnen Fällen besteht die Möglichkeit von (allergischen) Überempfindlichkeitsreaktionen. Der Arzt oder Apotheker ist zu informieren, wenn Nebenwirkungen beobachtet werden, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind.
Bei Unklarheiten und Fragen zur Anwendung, Risiken und Nebenwirkungen ist der Arzt oder Apotheker zu kontaktieren.


